Sonntag, 9. Februar 2014

Bis zum Morgengrauen

Am Donnerstag fand die Welcome-Party von CoruñaErasmus statt. Bevor wir dort hingingen, trafen wir uns hier in der WG zu einem spontanen deutsch-französischen Abend, die Freunde von Martin und Nico kamen vorbei und unsere zwei Mitbewohner entpuppten sich als wahre Sitummungskanonen. Aber an die Zeiten, zu denen man hier abends ausgeht, muss ich mich wirklich erst noch gewöhnen. Gegen drei Uhr gingen wir erst in den Club, denn erst zu dieser Uhrzeit wird es  richtig voll dort. Später kann man noch einmal den Club wechseln, dann wird gefeiert bis es hell wird... ein bisschen anders, als aus Deutschland gewohnt. Das verschiebt natürlich den Rhythmus des folgenden Tages auch um einige Stunden.

Deutsch-französischer Abend: Elise, Elise, Antoine, Alessandro, Nico, Laura, Johannes und ich (Martin war Fotograf)

Die Erasmus-Partys sind super, um neue Leute kennenzulernen. Auch gestern fand eine in der Calle Orzan (eine beliebte Party-Meile hier) statt, vor der wir noch bei einem anderen deutschen Studenten auf einer WG-Party waren. Ich war beeindruckt, wie viele Deutsche hier tatsächlich sind, aber auch, wie viele Erasmus-Studenten hier überhaupt zum Sommersemester herkommen. Viele Franzosen und Italiener sind schon seit September für insgesamt ein ganzes Studienjahr hier. Immer wieder sieht man neue Gesichter, so dass es nie langweilig wird. Allerdings haben wir noch keinen getroffen, der genau wie wir audiovisuelle Kommunikation studiert.
Gestern am frühen Abend nahmen Laura und ich auch an einer sogenannten "Crazy Gymkana" teil, eine Schnitzeljagt durch die Stadt als Aufwärm-Phase für die spätere Party. Die Erasmus-Studis wurden in mehrere Gruppen aufgeteilt und an verscheidenen Orten im Zentrum mussten unterschiedliche Aufgaben gelöst werden, für die es Punkte gab. So mussten wir beispielweise mit den Füßen in den eiskalten Brunnen am Stadion, Äpfel mit dem Mund aus dem Wasser fischen, viel Bier trinken und eine lange Kette aus unserer Kleidung legen (so viele Teile wie möglich). Natürlich fingen wir uns dabei den ein oder anderen amüsierten Blick von Passanten ein, auch, als wir gegen Ende Fotos machen sollten, etwa von uns mit einem Hund, von einem Heiratsantrag oder einer fremden Person die uns umarmt. Doch angesichts dessen, das wir eine Menge Spaß dabei hatten und unsere Gruppe sogar in einem finalen Penguin-Run gewann, hat es sich gelohnt.

Unser Gymkana-Team: Bianca (Rumänien), Marco (Italien), Ich, Romaric (Frankreich) und Beatrice (Rumänien)

Das Beweisfoto für die gemeisterte Challange "Füße ins eiskalte Wasser"


Am Freitag waren wir auch das erste Mal im Spanisch Kurs. Freitags nachmittags scheint mir zwar nicht die optimale Zeit für einen Sprachkurs, aber trotzdem hat es Spaß gemacht. Ich habe jetzt im B2-Kurs begonnen, in dem wir nur neun Leute sind (Vier Deutsche, zwei Rumäninnen, zwei Brasilianerinnen und ein Italiener). Unsere Dozentin heißt Montse und ist bis jetzt super und total gut zu verstehen. Einige können schon viel besser als ich Spanisch sprechen, da es keinen C1-Kurs gibt und sie daher auch B2 machen müssen, aber wir können denke ich auf diese Weise gut voneinander lernen. Das Sprachenzentrum ist in der Fakultät für Philosophie, ganz oben auf dem Berg, am Campus Zapateira.

Ein Blick auf die Stadt aus halber Höhe

Sogar der Ozean ist von hier aus zu sehen

Nach den Spanisch-Kurs, der für alle Sprach-Niveaus zur gleichen Zeit stattfindet, gingen wir noch zusammen in die Stadt zum Tapas essen. Je öfter wir hier Tapas essen, desto begeisterter bin ich davon. Die Portionen sind für den Preis echt in Ordnung und es gefällt mir, dass man auf diese Weise entweder nur einen Snack zum Getränk hat oder verschiedene Kleinigkeiten probieren kann.Satt wird man auf jeden Fall!

Meine Tapas am Freitag: Calamares mit fritierten Kartoffeln

Leider habe ich mich wahrscheinlich bei Laura und Moritz angesteckt, deshalb habe ich jetzt auch eine Erkältung. Aber vielleicht ist es besser jetzt als später und ich habe ja heute die Möglichkeit gehabt mich auszuruhen. Gerade schauen Moritz, Laura und ich ein wenig Olympia. Interessant, dies mal nicht aus deutscher Sicht mit zu verfolgen, allerdings haben wir noch nicht viele spanische Teilnehmer gesehen...

Das Meer am Freitag Abend: Obwohl es hier immer noch sehr stürmisch und regnerisch ist, waren fast keine Wellen zu sehen.



Mittwoch, 5. Februar 2014

Alltag?

Seit Montag muss ich endlich nicht mehr frieren, bei einem weiteren IKEA-Besuch habe ich mir eine Bettdecke gekauft. Direkt neben dem IKEA befindet sich ein riesiges Shopping-Center, "Marineda City" , das haben wir in diesem Zuge natürlich auch gleich (erfolgreich) getestet. Es unterscheidet sich gar nicht so sehr von deutschen Shopping-Galerien, auch C&A, H&M oder Primark sind hier zu finden. Integriert ist außerdem ein riesiges "Corte Ingles", eine Filiale der größten Warenhauskette Europas. Im Anschluss waren Laura und ich bei Mercadona (mein Favorit unter den Supermärkten hier) Großeinkauf machen, denn schließlich können wir jetzt endlich wieder kochen! Lidl haben wir hier übrigens auch entdeckt.

Aufgrund der großen Auswahl haben wir marineda erst im Dunkeln verlassen

Am Montag und Dienstag war ich allein in der Uni, weil Laura und Moritz krank waren. Montag um neun sollte der Kurs "Audio" losgehen. Ich war da, sonst keiner. Nachdem ich eine viertel Stunde gewartet hatte, kam ein weiterer Student, der genau wie ich keine Ahnung hatte, wo und wann der Kurs stattfinden würde. Während wir in der Cafeteria warteten, erzählte er mir eine Menge über Galicien, A Coruña und seine Heimatstadt Santiago. Eine Stunde später gesellte sich ein weiterer spanischer Student zu uns, der herausfand, dass Audio erst um zwölf starten sollte. Die Tatsache, dass ich drei Stunden lang mit zwei Spaniern zusammen Kaffee trank, zwang mich dazu Spanisch zu sprechen. Das ist die beste Übung, die man machen kann, um die Sprache zu lernen, denke ich. Die beiden erzählten mir, welche Orte ich unbedingt besichtigen sollte während meiner Zeit hier. Auch über die galizische Sprache ("Gallego") habe ich ein bisschen was gelernt. Eigentlich sprechen alle hier in der Stadt Castellano, Gallego wird mehr in den ländlichen Gebieten gesprochen. Es ist ein bisschen wie eine Mischung aus Spanisch und Portugiesisch, auch Portugiesisch können die Galicianos gut verstehen, habe ich mir erzählen lassen. Es ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, dass die Menschen hier nicht nicht das Perfekt als Vergangenheitsform verwenden (he comido etc.) (nie!), sondern nur Imperfecto und Indefinido. Somit fällt die am leichtesten zu bildende Vergangenheitsform weg...schade. Interessant ist zum Beispiel, dass es auf Gallego ganz viele verschiedene Wörter für "Regen" gibt.

Der Audio-Kurs selbst war ernüchternd, ich verstand nichts. Zum Glück erklärten mir die beiden Chicos, die ich kennengelernt hatte, dass es darum geht, selbst Audio-Aufnahmen zu machen und sie anschließend zu mixen und mit Effekten zu bearbeiten, ein sehr praktischer Kurs also. Die Übung zur Vorlesung am folgenden Tag war etwas besser, da der Dozent versucht hat mir soviel wie möglich zu helfen, und vieles auch noch einmal auf Englisch erklärt hat.

Inzwischen konnten wir uns auch einen Überblick über den gesamten Stundenplan verschaffen, da wir wissen, in welchen Kleingruppen wir sind. Man hat für jede Woche einen eigenen Stundenplan, da sich die Gruppen mit einigen Terminen abwechseln. Da wir uns aus den ersten drei Studienjahren Kurse zusammengesammelt haben, gibt es leider auch Überschneidungen.

Ein kurzer Blick auf unseren Stundenplan

Auch immatrikulieren konnten wir uns heute endlich. Somit haben wir jetzt einen Studentenausweis und bekommen Zugang zum Uni-WLAN und zur Plattform Moodle, die für Lehrmaterialien und andere Dateien genutzt wird. Zudem haben wir uns nun auch endlich unsere Busfahrkarte geholt, mit der wir günstiger zur Uni und zurück kommen. Ein großer Fortschritt!

Gestern Abend haben Laura und ich dann in einer Bar schräg gegenüber vorbeigeschaut, dort fand ein Ersamus-Treffen statt. Es ist super, immer wieder neue Leute kennenzulernen und vor allem ist es interessant, dass sie aus so vielen verschiedenen Ländern kommen. Gestern haben wir zum Beispiel drei rumänische Studenten kennengelernt. Sehr oft trifft man unter den Erasmus-Studenten auf Italiener, die meistens auch sehr gut Spanisch sprechen, da es ziemlich ähnlich ist. Insgesamt ist es aber im Moment schwer für mich, Ordnung in meinen Kopf zu bekommen, was die Sprachen betrifft. Unsere Mitbewohner unterhalten sich zum Teil auf Französisch, was ich dank meines Schul-Französisch' zum Teil auch verstehen kann, wir unterhalten uns oft auf Deutsch und untereinander, wenn wir alle zusammen sind, wird ein Mix aus Englisch und Spanisch gesprochen. Da geht so einiges durcheinander! In der Uni ist es einfacher, da hört man lediglich Spanisch und bei den Erasmus-Treffen oft nur Englisch. Aber mit der Zeit wird es hoffentlich mehr und mehr Spanisch...
Vorhin nach der Vorlesung hatte ich auch schon mein erstes Treffen mit meiner spanischen Referatspartnerin in Design. Wir müssen ein 25-minütiges Referat vorbereiten über eine Design-Bewegung. Es erfordert wirklich Konzentration, soviel auf Spanisch zu sprechen, vor allem, wenn es nicht nur Small-Talk ist. Aber ich habe das Gefühl, dass genau solche Treffen helfen, um zu üben und neue Vokabeln zu lernen.

Um uns kulturell ein bisschen anzupassen, haben wir heute mal an der spanischen Küche versucht: Tortilla.

Tortilla. Ich gebe zu, es sieht nicht aus wie im Restaurant, aber für unseren ersten Versuch war es in Ordnung.

Es ist super, endlich wieder selbst Essen machen zu können, und vor allem auch viel günstiger als unsere Zeit im Hostel! Außerdem ist es schön, dass wir alle zusammen etwas machen, gestern haben wir auch mit Martin und Nico zusammen gekocht und gegessen. Mit unserer Tortilla waren wir zwar noch nicht zu 100% zufrieden, aber wir haben schließlich noch fünf Monate Zeit, unser Rezept zu perfektionieren.
Hier in der WG ist eigentlich jeden Tag etwas los. Oft kommen Freunde unserer beiden Mitbewohner, zum Beispiel Elise, Alessandro und Elise, und für eine Weile ist Johannes, ein weiterer Deutscher, hier eingezogen (vorübergehend in das Zimmer von Martin, der nun mit bei Nico wohnt), da sein Erasmus-Semester vorbei ist und er sein Zimmer bereits verlassen musste.

Inzwischen läuft also alles ganz gut und mehr und mehr bekommt man das Gefühl, dass ein gewisser Alltag einkehrt. Aber trotzdem gibt es jeden Tag etwas Neues und das muss auch so sein!


Sonntag, 2. Februar 2014

Kleine Sondersendung

Die gesamte Nordküste hier in Spanien ist im Moment von Stürmen betroffen. Durch die hohen Wellen des Atlantiks werden die Strandpromenaden der Städte überschwemmt und das Wasser richtet außergewöhnlichen Schaden an. Viele Menschen waren heute auch an der Strandpromenade hier in A Coruña unterwegs und standen an den Absperrbändern, mit denen die Polizei das betroffene Gebiet gesichert hat.

An den Strand durfte heute keiner: Schon gestern Abend sperrte die Polizei alles ab

Auf dem Boden liegt alles, was das Meer angespült hat und auf seinem Weg mitgerissen hat

Als Laura und ich vorhin an der Strandpromenade unterwegs waren, konnten wir die Auswirkungen des Sturms noch sehen. Zum Teil lagen große Brocken Asphalt herum, da Wegstücke einfach zerbrochen sind. Mitbekommen haben wir nachts davon allerdings nichts.
"La Voz de Galicia" hat ein anschauliches Video hier in der Stadt aufgenommen: http://www.lavozdegalicia.es/video/galicia/2014/02/02/fuerza-mar-toca-tierra/00311391344351365843810.htm
Das momentane Atlantiktief heißt übrigens "Nadja".


Das Glasgeländer eines Clubs direkt am Meer zerbrach durch die Kraft des Wassers

Auch ein großes Stück der Steinbalustrade zwischen Strand und Promenade wurde mitgerissen

Dafür hatten wir heute endlich ein bisschen Sonne! Die haben wir bei unserem langen Sonntags-Spaziergang genossen!

Direkt hinter dem "Estadio Riazor", nicht weit vom Strand

Bei Sonne gefällt mir die Stadt viel besser



Das Stadion "Estadio Riazor"...

...hier bestreitet "Deportivo de La Coruña" seine Heimspiele in der zweiten spanischen Fußball-Liga

Hohe Wellen waren auch heute noch zu beobachten. Im Hintergrund sieht man den Torre Hercules

Schöne Regenbögen kann man hier oft sehen

Inzwischen ist der Strand wieder zu sehen
Hoffen wir, dass das stürmische Wetter sich bessert!

Samstag, 1. Februar 2014

Endlich in der WG!


Heute sind wir nun endlich aus dem Hostel ausgezogen! Unsere beiden neuen Mitbewohner, Martin und Nico, haben uns heute morgen mit unseren Koffern abgeholt. Praktischerweise sind die beiden letzten Sommer mit dem Auto aus Frankreich hergekommen, so dass sie hier sehr mobil sind und wir unsere Koffer nicht durch die Stadt ziehen mussten.

Unsere deutsch-französische WG: Laura, Ich, Martin und Nico
Vormittags sind wir dann zu unserem ersten Ausflug mit CoruñaErasmus aufgebrochen. Mit einem Bus voller Austauschstudenten ging es zuerst ins 25 Kilometer entfernte Betanzos.

Ein Blick vom "Parque del Pasatiempo" aus auf die Stadt
Dort bekamen wir eine Führung durch den "Parque del Pasatiempo". Unser Guide konnte überraschend gut Englisch, was hier scheinbar nicht normal ist. Wir sind immer wieder überrascht, dass wenige Leute hier gut Englisch sprechen können, auch in der Uni haben wir das bereits gemerkt. Der Park entstand Ende des 19. Jahrhunderts und enthält viele Details, die an andere spanische und südamerikanische Städte erinnern.

Heute wird mein Blogeintrag ein bisschen foto-lastiger....

Der Spanier Juan Garcia Naveira wanderte zunächst nach Argentinien aus, und begann, als er nach Jahren zurückkehrte, mit dem verdienten Geld die Gärten zu bauen. Sie nahmen anfänglich eine Fläche von 90.000m² ein.

In einer der Grotten im Park. Während des Bürgerkrieges wurde ein großer Teil des Parkes zerstört, deshalb existiert heute nurnoch ein kleiner Teil, den die Stadt renovieren ließ.

Der Löwe wacht über die Stadt - und ist angeblich von überall aus der Stadt zu sehen

Zitronen im Januar

Das Wetter ist unverändert wechselhaft...aber heute haben wir einen kräftigen Hagelschauer abbekommen, als wir den Park besichtigten. Zwei Minuten später war der Himmerl wieder blau.

Hagelkörner auf dem Regenschirm
Einer der Brunnen im Park
Überall hier ist es sehr bergig. Eine steile Gasse in Betanzos
Heute haben wir auch eine Menge neue Kontakte geknüpft. Die Studenten kommen aus der ganzen Welt. Viele sind aus Italien oder Südamerika (Argentinien, Mexiko) und aus Polen, Ungarn oder Frankreich. Und natürlich haben wir ein paar nette Deutsche kennengelernt!

Marie, Ich, Laura, Moritz, Sarina, Marie
Unter den Erasmus-Studenten unterhalten wir uns hauptsächlich auf Englisch. Das ist zwar auch super, um das eigene Englisch zu verbessern, allerdings ist es manchmal schwierig zwischen drei Sprachen hin und her zu switchen.

In Betanzos hatten wir auch Zeit, um Mittag zu essen. Wir entschieden uns für eine leckere Tortilla, die in der Stadt ein traditionelles Gericht ist.
Danach ging es dann mit dem Bus weiter nach Santa Cruz und Faro de Mera.

Kein Regen, aber unglaublicher Wind

Der Leuchtturm

Santa Cruz - Die Brücke zur Insel im Hintergrund wurde von der Polizei wegen zu hoher Wellen gesperrt

Der Ozean am Faro de Mera
Nach dem aufregenden Trip konnten wir endlich unser neues Heim beziehen. Es ist wirklich schön - für spanische Verhältnisse. Mein Zimmer ist zwar sehr klein, aber ich denke für fünf Monate werde ich sehr gut damit auskommen.

Ich habe ein Bett, ein Nachtschrank, ein Fenster...

Ich muss mir unbedingt noch eine dickere Decke kaufen und mir überlegen, wie ich meine Wände ein bisschen dekorieren kann.


...ein Schreibtisch und einen Schrank.

Unser Wohnzimmer

Und die Küche - endlich wieder kochen!
Ich hoffe ihr habt jetzt einen Eindruck davon bekommen, wie es hier so aussieht...
Heute Abend geht es feiern, deshalb verabschiede ich mich jetzt erstmal :-)

Freitag, 31. Januar 2014

Erste Begegnungen

Es regnet immer noch. Es ist nicht daran zu denken, ohne Regenschirm aus dem Haus zu gehen. Manchmal ist der Himmel fast blau und von einer auf die andere Minute beginnt es in Strömen zu regnen. Regenschirm auf, Regenschirm zu, Regenschirm wieder auf... Die Leute hier sagen, es sei normal, dass es im Januar regnet, aber sie selbst finden es unnormal, wieviel es in diesem Jahr im Januar regnet. Hoffen wir der Trend setzt sich nicht fort. 


Unser Hostel "Alboran"

























































































Inzwischen haben Laura und ich im Hostel das Zimmer gewechselt und Moritz ist in seine WG mit drei Spaniern gezogen. Aber auch wir zwei müssen nur noch eine Nacht im kalten Hostel-Zimmer ausharren, morgen können wir dann endlich auch umziehen. Das schlimmste im Hostel ist, dass es kalt ist und wir keine Küche haben und auch kein Frühstück bekommen können. Ich hätte mal wieder Lust auf Kochen! Wir ziehen in die WG mit den zwei französischen Erasmus-Studenten, die wir am Anfang schon besichtigt hatten. Die Wohnung liegt sehr nah am Plaza Pontevedra, das heißt, nicht weit von der Fiesta-Zone und nur eine Minute vom Strand entfernt. Wir werden im achten Stock wohnen und man erzählte uns, dass es überall im Haus weitere Erasmus-WGs gibt.



Damit wir uns auch wohl fühlen, haben wir heute das schwedische Möbelhaus unseres Vertrauens aufgesucht, das es auch hier in A Coruña gibt. In eigener Bettwäsche schläft es sich dann doch besser. Außerdem war es ein guter Ausflug, bei dem wir nochmal ein bisschen was von der Stadt gesehen haben (und uns natürlich einen Hotdog gegönnt haben).

In die Uni gehen wir natürlich auch fleißig. Vorgestern hatten wir das erste Mal "Sector Audiovisual", ein Kurs aus dem ersten Jahr des Studiengangs (der anders als bei uns übrigens insgesamt vier Jahre dauert, plus Master). Die Professorin hat sehr langsam gesprochen und hat sich sehr um uns drei Deutsche gekümmert. Sie hat uns jedoch auch des öfteren gefragt, ob wir ihren Kurs nicht langweilig finden, da es schließlich nur um den spanischen audiovisuellen Sektor (Radio, Fernsehen, Kino, Animation, Videospiele etc.) gehe. Mir gefällt der Kurs aber, ich finde es interessant, auch wenn es im Moment noch schwer ist, zu folgen. Da hilft wahrscheinlich: Mehr spanisches Fernsehen schauen!


A Coruña: Der rote Pfeil zeigt in Richtung Uni, der rote Punkt zeigt ungefähr den Plaza Pontevedra, der enge Streifen zwischen Hafen und der westlichen Bucht ist das Zentrum der Satdt mit vielen Geschäften; der grüne Punkt zeigt, wo unser Hostel ungefähr ist

Das System mit den Vorlesungen unterscheidet sich ein wenig von dem, wie wir es in Braunschweig kennengelernt haben. Die Veranstaltungen sind oft gleich zweieinhalb Stunden lang (eine sogar länger) und meist hat man am gleichen Tag dazu noch eine Übung in einer kleineren Gruppe. Die große Gruppe wird daher in mehrere kleinere Gruppen aufgeteilt, welche dann wiederum in kleinere Gruppen aufgeteilt werden, die dann nochmal einzeln eine Übung haben. Bis wir das alles durchblickt haben, hat es eine Weile gedauert. In dem Kurs, in dem wir gestern waren, "Deseño Aplicado" = "Angewandtes Design", gab es auch gleich ein unglaubliches Chaos, als die Professorin die 60 Studenten aufforderte, sich selbst in Gruppen aufzuteilen. Unsere Kommilitonen haben uns aber gut miteinbezogen, und sind sogar auf unsere Wünsche eingegangen. Da wir Kurse aus dem ersten, zweiten und dritten Jahr besuchen, ist die Stundenplanung bei uns insgesamt komplizierter. Aber mit der Hilfe der spanischen Studenten macht es echt Spaß hier. Inzwischen haben wir aber alle eine passende Gruppe, und ich habe auch eine spanische Partnerin, mit der ich mein praktisches Projekt (mit 25 Minütiger Päsentation) bearbeiten muss. Ich bin gespannt wie das klappt und was mich erwartet. Der Design-Kurs scheint sehr praktisch zu sein. 

Immatrikulieren konnten wir uns bis jetzt leider immer noch nicht. Zwar haben wir inzwischen unser erneuertes Learning-Agreement mit allen Kursen, die wir besuchen wollen abgegeben, doch jetzt wird es zuerst wieder nach Deutschland geschickt und wenn dort alle erforderlichen Unterschriften gemacht wurden, kann es hier weitergehen.

Lieber hätte ich euch die Stadt bei Sonnenschein gezeigt - dazu habe ich hoffentlich noch später die Möglichkeit..

Eine Sache, an die ich mich hier einfach nicht gewöhnen kann, ist die Siesta. Ab 14 Uhr ist hier alles geschlossen bis um 16 oder 17 Uhr. In der Zeit von 14 bis 16 Uhr findet scheinbar auch keine Uni statt. Die paar Stunden können ziemlich lang werden, wenn man in der Uni herumsitzt oder eigentlich dringend in einen Copyshop muss. Gestern sind wir in der Zeit bei Pull&Bear shoppen gewesen, um die Zeit zu überbrücken, wenigstens große Läden haben geöffnet. Wahrscheinlich ist die Mittagspause aber auch eine Sache der Gewöhnung.

Mittagspause in der Stadt oder am Meer

Gestern Abend waren wir bei unserem ersten Erasmus-Treffen in einer Cervezeria (cerveza= Bier) in der Nähe des Hostels. Es war wirklich interessant und auch lustig, wir haben uns mit anderen Erasmus-Studenten und auch Spaniern ausgetauscht und bestimmt treffen wir einige bei weiteren solcher Veranstaltungen wieder. Morgen fahren wir beispielsweise mit CoruñaErasmus, einer studentischen Organisation, mit dem Bus in die umliegenden Städte. Darauf freue ich mich schon...

Noch eine Sache zu meinem Blog: Wenn ihr unten einen Kommentar schreiben möchtet (worüber ich mich immer freue), dann ist das auch ohne Google-Konto möglich, wenn ihr "anonym" wählt. Falls es doch noch Schwierigkeiten damit gibt, schreibt mir wieder! Ansonsten freue ich mich aber auch über Nachrichten bei WhatsApp etc. :-)

Das Rathaus und ich im Regen auf dem Plaza María Pita