Montag, 28. April 2014

Semana Santa in Salamanca

Nun ist die Semana Santa schon wieder eine Woche her, und ich habe noch gar nicht berichtet! Das werde ich nun nachholen...

 

Salamanca!

Über den Dächern der Stadt: Laura, Marie und ich auf der Kathedrale von Salamanca

Am Montag vor Ostern haben Marie und ich uns auf den Weg nach Salamanca gemacht. Die Stadt liegt in der Region Kastilien/León, etwa 200 km nordwestlich von Madrid, also fast auf dem Weg von A Coruña in die spanische Hauptstadt, in die wir anschließend weitergereist sind. Aber dazu später. Unsere Hinfahrt war leider nicht so super, da unsere Mitfahrgelegenheit ein in meinen Augen gefährlicher Autofahrer war, deshalb war ich froh, als wir nach sechs Stunden Fahrt endlich aus dem klapprigen Opel steigen konnten.

Der Plaza Mayor in Salamanca gilt als einer der schönsten Plätze Spaniens. 1729 ließ der erste spanische König Phillip V. den Platz erbauen. Früher wurden hier Stierkämpfe abgehalten.

Auf dem Plaza Mayor: Marie und ich. Abends sitzen mitten auf dem Platz viele Leute und quatschen, spielen oder genießen die Abendsonne..
 
Das Wetter war unglaublich gut die ganze Woche über, bei 27 Grad und mehr konnten wir endlich die kurzen Hosen und Kleider herausholen und uns den ganzen Tag draußen aufhalten.
Salamanca hat mir insgesamt richtig gut gefallen, die historische Altstadt besteht aus vielen total schönen, reich dekorierten Bauten und ist komplett (!) aus Sandstein gebaut. Wenn man so durch die Straßen und Gassen schlendert, fühlt man sich zeitweise wie in eine frühere Zeit versetzt, erst recht, wenn die Abendsonne die Häuser in ein angenehmes Licht taucht. Seinen Status als Weltkulturerbe hat die Stadt auf jeden Fall verdient.
(Rechts ist die Kathedrale zu sehen)


Die wunderschöne Kathedrale von Salamanca. Sie besteht aus einem alten Teil aus dem 12. Jahrhundert und einem neueren Teil aus dem 16. Jahrhundert.
Die Portale und Fassaden sind so reich dekoriert, dass man sich stundenlang die Verzierungen anschauen könnte
Alle Häuser in der Altstadt sind aus Sandstein, das schafft eine besondere Atmosphäre
Das "Casa de las conchas" (="Muschelhaus") - überall an der Fassade sind Muscheln aus Stein angebracht


Salamanca ist außerdem bekannt für die älteste Universität Spaniens, sie wurde im Jahr 1218 gegründet. Mit 40.000 Studenten zählt die Stadt heute noch als echte Studenten-Stadt. An der Fassade der historischen Universität ist das berühmte Maskottchen zu sehen: ein Frosch, der auf einem Totenkopf sitzt. Man sagt, dass wenn man als neuer Student den Frosch auf der Fassade findet, viel Glück haben und alle Klausuren bestehen wird. Übrigens erklärte Kolumbus im Jahr 1492 an dieser Universität vor seiner Reise nach Amerika den Professoren und Kardinälen seine Theorien über den Erdumfang.

Die Fassade der historischen Universität. Um die Uni von Innen zu sehen, hätten wir 10 Euro Eintritt bezahlen müssen.

Natürlich kann Salamanca auch mit vielen kleinen und großen Geschäften aufwarten, was Marie und mir gleich am ersten Tag zum Verhängnis wurde - denn wir haben gleich mal richtig viel geshoppt. Aber was wäre ein Urlaub ohne Shoppen gehen...Zum Glück hatten wir im Hostel eine Küche und haben selbst gekocht, so konnten wir das Geld fürs Essen gehen schon mal sparen.

Auf dem Platz vor der Kathedrale haben schon die Tulpen geblüht
Gegenüber der Kathedrale: Das Colegio de Anaya oder San Bartolomé
Mit unserem Hostel hatten wir in Salamanca auch Glück, zwar war es nicht so luxoriös wie manch anderes Hostel, aber man kommt ein paar Tage auch ohne Schrank und ähnliches aus. Dieses Mal waren wir auch in einem Zimmer mit anderen Leuten, die wir nicht kannten, was mal eine interessante Erfahrung war.

Die Römerbrücke über den Fluss Tormes
Alles blüht schon so schön! Es war wirklich eine Qual die schönsten Fotos auszusuchen...

Zur Semana Santa (= "Heilige Woche" vor Ostern) gehören hier in Spanien natürlich auch die traditionellen katholischen Prozessionen, bei denen die Kirchengemeinden und Bruderschaften in langen Zügen durch die Straßen ziehen. Auf uns wirkten diese Prozessionen, die wir sowohl in Salamanca als auch in Madrid gesehen haben, ehr etwas befremdlich, denn die sogenannten "Nazarenos" tragen lange spitze Hüte und sind komplett in ihren Umhang verhüllt, sodass nur die Augen herausschauen.

Die Verhüllten, die Holzkreuze auf den Schultern tragen, nennt man "Penitentes" (="Büßende")
Meist wird ein "Paso" herumgetragen, etwas Tisch-Ähnliches, mit einer Marienstatue oder eine Szene aus dem Kreuzweg Jesu. Genau das haben wir auch in Salamanca gesehen. Begleitet werden die Prozessionen meist von Musikkapellen, die düstere Musik spielen, was die gruselige Atmosphäre noch unterstützt.

 Ein kurzer Einblick in eine Prozession, die wir in Salamanca gesehen haben (leider in schlechter Qualität)


Am Mittwoch haben Marie und ich uns dann in den Park gesetzt und tatsächlich ein bisschen was für die Uni gelesen, bevor am Nachmittag Laura angekommen ist, und wir noch eine Runde durch die Stadt gedreht haben.

Wir drei vor der Kathedrale - die wir  uns später auch von innen und oben angeschaut haben...

...bei super Sonnenschein!
Außerdem haben wir uns an diesem Tag das Convento de San Esteban angeschaut...
... was ich fast noch faszinierender fand, als die Kathedrale.
Salamanca kann ich echt nur empfehlen als Reiseziel, es gibt auf jeden Fall eine Menge anzuschauen. In der Semana Santa ist auch viel los, allerdings merkt man das auch ein wenig an den touristischen Preisen beim Tapas essen...

Salamanca - jederzeit wieder!

Dienstag, 15. April 2014

Pontevedra und ein Surf-Kurs

Es ist Semana Santa und wir haben Ferien!!
In der letzten Woche war nochmal eine Menge zu tun für die Uni, deshalb habe ich viel Zeit dort in meinen Gruppen verbracht. Obwohl es anstrengend ist, soviel auf Spanisch zu arbeiten, ist es auch echt gut soviel mit meinen Kommilitonen zu reden und sowohl Sprechen zu lernen, als auch alle besser kennen zu lernen, es macht inzwischen echt Spaß.
Am Freitag haben wir uns dann zur Feier des Ferienbeginns und des ersten Spanisch-Kurs-freien Freitags mit Jule, Moritz, Kathi und ihren beiden italienischen Mitbewohnerinnen Fabricia und Martha bei uns getroffen und Hühnchen-Curry mit Pfirsich gekocht. Solche Abende finde ich super! (Nur leider gibt es dieses Mal kein Foto...)
Eigentlich wollte ich ja dann am Samstag schon mit Elena nach Bilbao und von dort aus nach Salamanca reisen, doch da Elena leider einen kleinen Unfall hatte, haben wir unseren Bilbao-Trip abgesagt. Auch nach Salamanca kann sie leider nicht mit, erstmal ist es wichtiger, dass sie wieder gesund wird. Ich bin aber trotzdem gestern losgefahren und kurzfristig hat sich auch Marie dazu entschieden, mit nach Salamanca und Madrid zu kommen. Laura wird auch am Mittwoch nachkommen, und es ist sogar gutes Wetter angesagt.

Das vergangene Wochenende haben Laura und ich mit Moritz und Jule an superschönen Stränden in der Umgebung verbracht, die beiden hatten sich nämlich für einige Tage ein Auto gemietet um die Gegend zu erkunden, eine wirklich gute Idee!

Auch Pontevedra ist ein beliebtes Pilgerziel, da die Stadt am Jakobsweg liegt
Am Samstag waren wir zunächst in Pontevedra, einer Stadt die etwa 130 km von A Coruña entfernt an den Rías Bajas liegt. 
"La Peregrina": Die Kirche hat den Grundriss einer Jakobsmuschel
"El convento de San Francisco" direkt am Plaza Ferrería
Einer Legende nach wurde die Stadt von Teukros einem griechischen Helden des trojanischen Krieges gegründet, aber wahrscheinlicher ist, dass Pontevedra aus einer römischen Siedlung entstanden ist.
Ein kleiner Hafen

Nachdem wir ein bisschen durch die Stadt geschlendert waren und ein Eis gegessen hatten, haben wir aber beschlossen, das gute Wetter zu nutzen und zum Strand in Sanxenxo zu fahren, einem Ort ganz in der Nähe von Pontevedra. Auf unserer Fahrt dorthin haben wir zwischendurch angehalten, um die schöne Aussicht zu genießen und ein paar Fotos zu machen...


Bei dem schönen Wetter kam endlich Urlaubs-Feeling auf

Sanxenxo ist eine echte Touristenhochburg, an der Strandpromenade steht ein Hotel nach dem anderen. Zwar macht der Ort (soweit wir das gesehen haben) sonst nicht viel her, aber der Strand ist wirklich schön.
April, aber schon eine Menge los am Strand von Sanxenxo



Nach ein paar Stunden Bruzzeln in der Sonne, sind wir aufgebrochen um uns noch eine kleine Insel in der Nähe anzuschauen (wenn man schon mal da ist...): La Troja.

Die kleine Insel La Troja ist durch eine Brücke mit der Halbinsel O Grove verbunden
Hotels, Tennisplätze, Golfplätze und Villen hat die Touristen-Insel zu bieten - vielmehr allerdings nicht.
Ach doch: Klein aber fein, eine Kirche, die komplett mit Muscheln gedeckt ist
Auf den Muscheln an der Vorderseite der Kirche haben sich leider viele Leute mit einem Edding verewigt..

Am Sonntag war ich dann zum ersten Mal in meinem Leben Surfen. Ein tolles Erlebnis!
Die "Costa da Morte", das Küstengebiet rund um A Coruña, eignet sich scheinbar sehr gut dafür, denn einige unserer Erasmus-Freunde haben sich nur aus diesem Grund für A Coruña entschieden. Es gibt eine Menge Surfschulen in der Umgebung und viele von uns Erasmus-Studenten haben schon einen Surf-Kurs begonnen. Jule auch, deshalb hat sie uns am Sonntag gleich mitgenommen zu einem Strand in der Nähe von Santa Cristina, wo Laura, Moritz und ich uns dann auch zum ersten Mal mit Surfbrett ins Wasser getraut haben. Natürlich haben wir bei dem Kurs Anweisungen und Tipps bekommen, und es ist wirklich nicht so einfach wie es aussieht. Mein Muskelkater heute zeigt mir erst recht, wie viel Kraft es gekostet hat. Vier weitere Male Surfen schließt der Kurs ein, und bis ich es aufs ordentlich aufs Brett schaffe, werde ich wohl auch noch einige Versuche brauchen. Aber es hat total Spaß gemacht und ich freue mich schon aufs nächste Mal!
Allerdings überlege ich, ob ich mir bis dahin Badeschuhe anschaffe, denn leider hat mich ein "Faneca brava" gestochen, ein dorschähnlicher Fisch mit giftigen Stacheln, der sich gerne im Sand vor der östlichen Atlantikküste eingräbt (auf Deutsch heißt der Fisch "Petermännchen"). Der Stich tat unglaublich weh, scheinbar ist es aber keine Seltenheit, denn die Surflehrer wussten sofort Bescheid du haben mich in de Strandbar geschickt, wo ich meinen Fuß in heißes Wasser halte musste.

Da nach dem anstrengenden Surf-Morgen leider kein Städte-Trip mehr drin war, haben wir uns für eine Fahrt zum Strand von Ponte de Ulme in der Nähe von Ferrol entschieden, wo wir den restlichen Tag entspannt und im Meer gebadet haben.

Sonne, Strand mit feinstem Sand und wunderschönen Muscheln am Sonntagnachmittag - was will man mehr.
Unser Fahrer- und Navigationsteam: Jule und Moritz


Montag, 7. April 2014

Porto

Am Wochenende war ich zum ersten Mal in Portugal!


Portugals zweitgrößte Stadt Porto liegt nur etwa dreieinhalb Stunden von A Coruña entfernt, perfekt also für einen Wochenendausflug.  Ich bin wiedereinmal mit CoruñaErasmus gereist und diesmal waren Moritz und Kathi auch mit dabei. Mit dem Wetter hatten wir dieses Mal ein bisschen mehr Glück, immerhin war es am Sonntag trocken und die Sonne hat zumindest für einen kräftigen Sonnenbrand in meinem Gesicht gereicht.

Im Hintergrund ist die "Ponte de Dom Luis I" zu sehen, sie verbindet Porto mit Vila Nova de Gaia und wurde von einem Freund Eiffels entworfen. Unten fahren Autos, oben die Straßenbahn.

Unser Hostel war leider kein Glücksgriff, denn wir hatten wackelige Betten mit klammer Bettwäsche in einem 6-er-Zimmer, in dem wir mit weiteren Matratzen auf dem Boden zu elft untergebracht wurden. Da wir uns aber eh nicht lange dort aufhalten mussten, war das nicht ganz so schlimm.

Der Blick auf Portos Altstadt und den Douro von der anderen Flussseite aus
Am Samstag haben wir als erstes eine Bodega, die Weinkellerei Calem besichtigt und uns erklären und zeigen lassen, wie Portwein ("Vinho do Porto") hergestellt wird. Echter Portwein stammt, wie der Name schon erahnen lässt, aus der Nähe von Porto, aus dem Douro-Tal.

Jeder Wein lagert zuerst zwischen zwei und sechs Jahren in einem riesigen Fass in den Weinkellereien in Vila Nova de Gaia, bevor eine erste Verkostung gemacht wird.
Die riesigen Fässer fassen bis zu 20.000 Liter
Natürlich durften wir hinterher auch kosten, und obwohl ich sonst kein Weintrinker bin, hat mir der süße Weißwein echt gut geschmeckt.
Salud!
 Im Anschluss haben wir eine Bootsfahrt auf dem Douro gemacht und uns die Stadt vom Wasser aus angeschaut.

Die "Rabelos", die kleinen Schiffe mit denen früher der Wein in die Weinkellereien transportiert wurde, liegen heute noch zur Dekoration im Hafen.
Außerdem haben wir ein wenig zu Fuß die Stadt erkundet. Im alten Stadtzentrum ist Porto wirklich hübsch und hat viele kleine, enge Gassen mit bunten Häusern und verschnörkelten Balkonen.

In der Nähe des Douro-Ufers
Auffällig viele Häuser sind von außen mit Fliesen dekoriert...
...und auch im alten Bahnhof sind beeindruckende Wandgemälde aus Fliesen zu bewundern.
Unter anderem haben wir uns auch die "Librería Lello e Irmao" angeschaut, ein kleiner Bücherladen, der zu den schönsten Europas zählt. Das Besondere an ihr ist, dass hier einige Szenen für die Harry Potter-Filme entstanden sind und es heißt, dass J.K. Rowling Teile des ersten Buches in Porto geschrieben habe.

Innen ist Fotografieren leider nicht erlaubt, aber man erkennt es drinnen wirklich wieder - dieser Bücherladen ist einen Besuch wert

Abends haben die Jungs von CoruñaErsamus dann eine kleine Party im Hostel geschmissen, bevor wir gemeinsam in die Stadt zum Feiern gegangen sind.

Es gab für alle selbstgemachten Sangria mit Früchten. Hier Kathi, Moritz, Modesta und ich.

Nach ein paar Stunden Schlaf, haben wir uns dann wieder auf den Weg in die Stadt gemacht, um uns noch einige Sehenswürdigkeiten Portos anzuschauen.

Am Plaza de la libertad haben wir uns immer getroffen um zum nächsten Programmpunkt aufzubrechen
Eine Möwe.
Wunderschöne alte Häuser überall - einige sind jedoch auch sehr heruntergekommen
Der barocke Glockenturm "Torre dos Clérigos" ist heute das Wahrzeichen der Stadt und diente mit seinen 76 Metern Höhe früher den Seefahrern als Orientierung
Ganz oben in der Altstadt in der Nähe des Glockenturms ist auch das Gericht
Die Veranstaltungshalle "Pavilhão Rosa Mota", die in den 50er Jahren an der Stelle des ehemaligen Glaspalastes gebaut wurde
Die Organisatoren von CoruñaErasmus geben in jeder Stadt auch Führungen und erzählen uns ein paar Sätze zu allem, was wir besichtigen. Ob wir an den Touren teilnehmen möchten, können wir selbst entscheiden, das finde ich gut. Gestern sind wir schließlich so viel in der Stadt herumgelaufen, dass mir heute noch meine Waden weh tun, denn Porto ist unglaublich hügelig.

Auf der Dom-Luis-Brücke mit Kathi
In der Kathedrale von Porto sollte der Bischhof gerade eine Rede halten, deshalb war eine Menge los am Sonntag
Eine Sache ist aber definitiv nicht zu empfehlen in Porto: Die Stadt ist für ihre "Francesinha" bekannt, ein Gericht, dass aus Toast besteht, mit Käse überbacken und mit allerhand Fleisch und Wurst belegt ist. Irgendwo zwischendrin steckt auch noch ein Spiegelei und alles ist mit einer Soße übergossen, die nach Bier schmeckt. Am Anfang fanden wir es gut, aber von bissen zu Bissen ließ unsere Begeisterung leider nach. Naja, immerhin haben wir es getestet.

Am Abend sind wir dann zur Küste gefahren, ein kleines Stück aus Porto heraus zum Castelo de Foz, um uns pünktlich um 20 Uhr (übrigens 21 Uhr spanischer und deutscher Zeit) den wunderschönen Sonnenuntergang anzuschauen.
Kathi, Moritz und ich


Eine Reise nach Porto kann ich nach diesem Wochenende auf jeden Fall empfehlen, es gibt unglaublich viel zu sehen. Ich bin wirklich beeindruckt von der Stadt!


Bis zum nächsten Mal, Portugal!